Zurück im Job und trotzdem abgehängt
Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit wird gern als Happy End erzählt. Die Realität ist unspektakulärer und für viele bitterer.
Man kommt zurück, meist in Teilzeit. Die spannenden Projekte sind vergeben. Die Kollegin, die während der Elternzeit vertreten hat, hat sich eingearbeitet. Beförderungen gehen an andere. Und weil dreißig Stunden weniger sind als vierzig, sinkt nicht nur das Gehalt, sondern auch die Rentenanwartschaft.
Diese Teilzeitfalle ist gut dokumentiert. Wer nach der Familiengründung dauerhaft reduziert arbeitet, kommt in den seltensten Fällen wieder auf die ursprüngliche Einkommenskurve zurück. Der Abstand wächst mit jedem Jahr.
Eine Reaktion darauf ist der Aufbau einer zweiten, eigenständigen Einkommensquelle. Ein Anbieter, der diesen Weg berufsbegleitend begleitet, ist Berufswende. Ausgebildet wird zur Beratung im digitalen Raum, anschließend erfolgt die Vermittlung an Partnerunternehmen.
Warum eine eigene Einkommensquelle mehr ist als Zusatzgeld
Es geht um zwei verschiedene Dinge, die oft vermischt werden.
Das eine ist der Betrag am Monatsende. Das andere ist die Unabhängigkeit von einer einzigen Vertragsbeziehung. Wer nur in Teilzeit bei einem Arbeitgeber beschäftigt ist, hängt in seiner beruflichen Entwicklung vollständig von dessen Entscheidungen ab. Wer daneben etwas Eigenes aufgebaut hat, verhandelt anders.
Dazu kommt ein Punkt, der in Elterngesprächen selten vorkommt: die Absicherung im Trennungsfall. Ein eigenes Einkommen, das nicht vom Wohlwollen eines Arbeitgebers oder eines Partners abhängt, verändert die Verhandlungsposition erheblich.
Warum es dabei sinnvoll ist, den Aufbau erst zu testen und danach zu entscheiden, hat das Mittelstandsmagazin NRW mit Blick auf Angestellte beschrieben.
Was Elternschaft beruflich beibringt
Der Lebenslauf verschweigt es, aber die Jahre mit kleinen Kindern sind kein Kompetenzverlust.
Wer täglich zwischen Kita-Schließzeiten, Arztterminen und einem Arbeitspensum jongliert, hat Priorisierung praktisch gelernt. Wer einem Dreijährigen erklärt, warum jetzt keine Zeit für den Spielplatz ist, ohne dass die Situation eskaliert, kennt den Umgang mit Widerstand.
Und wer nach dem Wiedereinstieg feststellt, dass acht Stunden Arbeit in sechs erledigt werden müssen, arbeitet in der Regel konzentrierter als früher.
Die typische Teilnehmerin bei einem solchen Programm ist zwischen 38 und 52 Jahre alt und bringt über fünfzehn Jahre Berufserfahrung mit. Genau die Lebensphase also, in der Kinder älter werden und wieder Raum entsteht.
Zeitfenster ehrlich planen
An dieser Stelle scheitern Vorhaben mit Kindern am häufigsten, und zwar nicht an fehlender Motivation.
Der übliche Plan lautet: abends, wenn die Kinder schlafen. Das funktioniert selten. Nach einem vollen Tag ist die Aufnahmefähigkeit gering, und Gesprächstraining braucht wache Konzentration. Dazu kommt, dass Kinder sich nicht an Einschlafzeiten halten.
Realistischer sind andere Fenster. Ein früher Samstagvormittag, an dem der Partner die Betreuung übernimmt. Ein Kita-Tag, an dem ohnehin nicht gearbeitet wird. Zwei feste Blöcke pro Woche, die vorher mit dem Partner abgesprochen sind, funktionieren besser als sieben spontane Anläufe.
Diese Absprache gehört an den Anfang, nicht in die dritte Woche. Wer den Aufbau als gemeinsames Projekt behandelt, hat deutlich bessere Chancen als jemand, der ihn nebenbei durchzudrücken versucht.
Dass diese Abwägung viele beschäftigt, zeigt ein Austausch unter Berufstätigen, in dem genau diese organisatorischen Fragen diskutiert werden.
Was die Tätigkeit ist und was nicht
Gemeint sind strukturierte Gespräche per Telefon oder Video mit Menschen, die sich bereits mit einem Angebot beschäftigt haben. Keine Kaltakquise, kein Verkaufsdruck.
Die Aufgabe besteht darin, herauszufinden, was jemand braucht und ob das Angebot dazu passt. Manchmal endet ein Gespräch damit, dass es nicht passt. Das ist ein sauberes Ergebnis.
Was es nicht ist: passives Einkommen. Es läuft nichts im Hintergrund weiter. Man spricht mit Menschen, und wenn man nicht spricht, passiert nichts. Für Eltern ist das insofern relevant, als sich die Tätigkeit zwar zeitlich flexibel einteilen lässt, aber Termine mit anderen Menschen erfordert. Ein schreiendes Kind im Hintergrund ist im Beratungsgespräch schwierig.
Dass aus einem zweiten Standbein mit der Zeit die Haupttätigkeit werden kann, zeigt eine Einordnung zum Thema Berufswende als Neustart für einen neuen Beruf.
Der wirtschaftliche Kern
Klassische Weiterbildungen enden mit einem Zertifikat und der Aufgabe, sich selbst Kunden zu suchen. Für Eltern mit knappem Zeitbudget ist das der sichere Weg ins Scheitern, weil die Akquise am Anfang mehr Zeit frisst als die eigentliche Tätigkeit.
Fällt die Kundengewinnung weg, weil ein bestehendes Partnernetzwerk die Anfragen liefert, kippt das Verhältnis. Die knappe Zeit fließt in Gespräche. Gearbeitet wird entweder angestellt beim Partner oder auf Provisionsbasis.
Wie sich dieses Modell wirtschaftlich darstellt, hat das Businessmagazin Baden-Württemberg in einem Beitrag darüber beschrieben, warum der Anbieter auf Partnerunternehmen statt auf Selbstständigkeit setzt.
Auch in fachfremden Foren wird die Frage nach beruflicher Zweitgleisigkeit inzwischen diskutiert, etwa in einem Austausch über den Aufbau eines zweiten Standbeins.
Was in den ersten Wochen passiert
Der Ablauf ist in Abschnitte geteilt, was gerade für Eltern hilfreich ist, weil sich nach jedem Abschnitt neu entscheiden lässt.
Am Anfang steht ein kostenfreies Telefonat über die Ausgangslage, das Ziel und vor allem die realistisch verfügbare Zeit. Dieses Gespräch kann auch damit enden, dass beide Seiten die Zusammenarbeit für wenig sinnvoll halten.
Danach folgt der fachliche Teil. Gesprächsführung wird als Handwerk vermittelt und nicht als Trickkiste. Im dritten Abschnitt wird geübt, aufgezeichnet und ausgewertet, bis aus Wissen eine Routine wird. Wer sich zum ersten Mal selbst zuhört, bemerkt zuerst die eigenen Füllwörter und das zu hohe Tempo.
Zuletzt geht es darum, den eigenen Rhythmus zu festigen. Erst an diesem Punkt steht die Entscheidung an, welchen Platz die Tätigkeit im Familienleben bekommen soll.
Steuern, Elterngeld und Arbeitsvertrag
Für Eltern gibt es ein paar Besonderheiten, die vorher geklärt sein sollten.
Wer während der Elternzeit eine Nebentätigkeit aufnimmt, muss die Grenze von dreißig Wochenstunden im Blick behalten und die Tätigkeit beim Arbeitgeber anzeigen. Einkommen während des Elterngeldbezugs wird zudem angerechnet, was den Bezug verringern kann.
Unabhängig davon gilt: Viele Arbeitsverträge enthalten eine Anzeigepflicht für Nebentätigkeiten. Bei Tätigkeit auf Provisionsbasis kommen Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung hinzu. Ein kurzer Termin beim Steuerberater kostet wenig und beantwortet die meisten dieser Fragen auf einmal.
Der Einstieg
Am Anfang steht ein Telefonat über die eigene Ausgangslage und die realistisch verfügbare Zeit. Es ist kostenfrei und unverbindlich, und es kann auch damit enden, dass beide Seiten die Zusammenarbeit für wenig sinnvoll halten.
Eine Erfolgs- oder Einkommensgarantie gibt es ausdrücklich nicht. Was am Ende steht, ist eine Einschätzung, ob dieser Weg in eine Familienorganisation passt, die ohnehin schon eng getaktet ist.
