Wer einen einfachen Wohnungsschlüssel verliert, geht mit dem Ersatzschlüssel in den nächsten Baumarkt und bekommt für zehn Euro eine Kopie. Ein Sicherheitsschlüssel funktioniert nicht so. Bei Systemen wie ABUS, DOM, EVVA oder BKS ist die Nachfertigung an eine Berechtigung gebunden. Ohne den passenden Nachweis erhält man keine Kopie, und das aus gutem Grund. Gerade in Familien, in denen mehrere Personen unterschiedliche Alltagsrouten haben, häuft sich der Bedarf an Ersatzschlüsseln schnell an.
Sicherheitsschlüssel unterscheiden sich in mehreren Punkten von einfachen Bartschlüsseln. Sie haben zusätzliche Frässchnitte auf den Seitenflächen, oft eine bewegliche Steuerscheibe im Griff und eine Bohrmulden-Systematik, die nur mit passenden Rohlingen und speziellen Maschinen kopiert werden kann. Diese Ausstattung dient nicht der Optik, sondern der Sicherheit. Ein Fund unter dem Sitz in der Bahn soll nicht in einer normalen Schlüsselbar in eine Kopie verwandelt werden können.
Der Kopierschutz funktioniert über zwei Ebenen. Die erste ist mechanisch: Ein Standard-Rohling passt nicht, weil das Profil des Schlüssels patentgeschützt ist. Nur autorisierte Fachbetriebe dürfen die Rohlinge des jeweiligen Herstellers verwenden. Die zweite ist administrativ: Der Kunde muss beim Kauf des Zylinders eine sogenannte Sicherheitskarte erhalten, die als Berechtigungsnachweis dient. Ohne Sicherheitskarte wird keine Kopie erstellt, auch nicht in autorisierten Betrieben.
Wer im Ruhrgebiet lebt, hat vor Ort mehrere Fachbetriebe zur Auswahl. In Bochum unterhält ein spezialisierter Betrieb einen eigenen Ratgeber zum Thema und beschreibt in einem ausführlichen Beitrag, wie Sie einen ABUS-Schlüssel nachmachen lassen können, was dabei zu beachten ist und welche Alternativen infrage kommen. Der Beitrag richtet sich an Kunden, die den Weg über einen autorisierten Fachbetrieb gehen möchten und sich vorher informieren wollen. Vergleichbare Ratgeber gibt es in vielen Städten Deutschlands, häufig verlinkt über die jeweilige Handwerkerkammer oder die lokale Verbraucherberatung.
Für ABUS gilt die Berechtigungspflicht genauso wie für andere große Hersteller. Wer einen ABUS-Schlüssel nachfertigen lassen möchte, benötigt die Sicherheitskarte des Systems, einen Ausweis mit passender Adresse und den Auftrag zur Nachfertigung. Die Karte enthält eine eindeutige Nummer, die im Herstellersystem hinterlegt ist. Der Fachbetrieb prüft die Berechtigung, bevor der Auftrag ausgeführt wird. Manche Betriebe machen den Schlüssel direkt vor Ort mit eigenen Maschinen, andere leiten den Auftrag an den Hersteller weiter und liefern den Ersatzschlüssel nach ein paar Werktagen aus.
Die Wartezeit unterscheidet sich stark. Ein einfaches Sicherheitsprofil, das der Fachbetrieb selbst hat, ist häufig innerhalb einer halben Stunde fertig. Komplexere Zylinder mit besonderer Codierung oder mit speziellen Zusatzfunktionen brauchen den Weg über den Hersteller. In solchen Fällen liegen sieben bis vierzehn Werktage zwischen Bestellung und Auslieferung. Wer Ersatzschlüssel für den Alltag braucht, sollte diese Zeit einplanen.
Auch die Kosten variieren. Ein normaler Nachbau für einen ABUS-Schlüssel bewegt sich zwischen 15 und 40 Euro, abhängig vom System. Ein Sicherheitsschlüssel für eine Schließanlage oder für einen zertifizierten Zylinder der oberen Sicherheitsklasse kann 50 bis 100 Euro kosten. Der Preis wirkt auf den ersten Blick hoch, wenn man die Baumarkt-Preise für einfache Kopien im Kopf hat. Der Aufpreis kommt vom Kopierschutz, von der Herstellungsgenauigkeit und von der Dokumentation im Herstellersystem. Für einen Schlüssel, der die Wohnungstür schützt, ist die Investition überschaubar.
Innerhalb der ABUS-Produktlinie gibt es unterschiedliche Sicherheitsstufen. Die Modelle EC550, EC660 und EC800 sowie die Bravus-Linie decken verschiedene Anforderungen ab, von der einfachen Wohnungstür bis zum gewerblichen Objekt mit umfangreicher Schließanlage. Die Sicherheitskarten unterscheiden sich in Farbe, Nummerierung und im hinterlegten Berechtigungsschutz. Ein Betrieb, der sich mit den Produktlinien auskennt, kann bei der Nachbestellung sofort erkennen, welche Karte zu welchem Zylinder gehört. Das ist besonders wichtig, wenn eine ältere Anlage mit einem neueren System kombiniert werden soll, weil die Karten aus verschiedenen Generationen nicht ohne Weiteres kompatibel sind. Kunden mit einer bestehenden Anlage sollten diese Kompatibilitätsfragen im Vorfeld mit dem Fachbetrieb klären, bevor eine Nachbestellung ausgelöst wird.
Neben ABUS gibt es weitere Sicherheitshersteller mit ähnlichen Systemen. DOM ist einer der bekanntesten und arbeitet ebenfalls mit Sicherheitskarten. Kaba, BKS, EVVA und Winkhaus haben eigene Kartensysteme mit vergleichbaren Regeln. In allen Fällen gilt: Ohne Berechtigungsnachweis keine Kopie. Wer sich die Karte gut aufhebt und sie beim Schlüsselkauf mit einem Foto sichert, spart sich im Ernstfall Diskussionen mit dem Betrieb und langwierige Klärungen mit dem Hersteller.
Was tun, wenn die Sicherheitskarte verloren gegangen ist? Der Weg führt zunächst zum Fachbetrieb, der die ursprüngliche Anlage installiert hat. Dieser Betrieb hat den Auftrag im System hinterlegt und kann eine Ersatzkarte anfordern. Dazu braucht der Kunde einen Ausweis, im Zweifel den Kaufbeleg des Zylinders und den Nachweis, dass er der berechtigte Nutzer ist. Bei einer Schließanlage in einem Mehrfamilienhaus liegt die Karte häufig bei der Verwaltung, nicht beim Bewohner. Der erste Ansprechpartner ist in dem Fall die Hausverwaltung.
Für den Alltag lohnt sich eine kleine Ordnung. Sicherheitskarten gehören zu den Dokumenten, die im Schrank mit den Kaufbelegen und den Versicherungspapieren liegen, nicht in die Schublade mit den Alltagszetteln. Ein Scan der Karte auf einem sicheren Speicher schützt vor dem Verlust der Karte selbst, ersetzt sie aber nicht bei einer Nachfertigung. Der Fachbetrieb braucht das Original.
Beim Kauf eines Sicherheitszylinders sollte im Vorfeld geklärt werden, wie viele Schlüssel zum Lieferumfang gehören und wie viele Nachfertigungen im Preis enthalten sind. Manche Hersteller geben eine Grundausstattung von drei Schlüsseln vor, andere legen fünf bei. Weitere Schlüssel werden dann einzeln berechnet. Bei einer Familie mit mehreren Personen und häufigen Nutzern lohnt es sich, die Zahl der Schlüssel gleich beim ersten Kauf großzügig zu wählen.
Ein Punkt, den viele Kunden übersehen, ist die Zeitkomponente. Wer einen Sicherheitsschlüssel nachfertigen lassen möchte, sollte den Weg nicht erst im akuten Notfall gehen. Wenn der letzte Schlüssel verloren gegangen ist und die Wohnungstür bereits zugefallen ist, hilft der Nachbau nicht, weil man an den Zylinder nicht mehr kommt. Der praktische Weg ist der umgekehrte: Ersatzschlüssel gehören zur Grundausstattung nach dem Einzug, nicht zur Krisenreaktion.
Für den langfristigen Umgang mit dem Sicherheitsschlüssel gilt das Gleiche wie für andere hochwertige Alltagsgegenstände. Wer sauber mit dem Schlüssel umgeht, ihn nicht als Werkzeug zum Öffnen von Verpackungen benutzt und ihn regelmäßig auf Verschleiß prüft, hat mit einem einzelnen Zylinder oft fünfzehn bis zwanzig Jahre nur wenig zu tun. Fällt einmal die Nachfertigung an, ist der Aufwand mit Sicherheitskarte, Ausweis und Fachbetrieb in wenigen Werktagen erledigt. Ohne die Karte wird die Sache aufwendiger, aber selten unlösbar. Der Fachbetrieb, bei dem der Zylinder ursprünglich gekauft wurde, ist der erste und beste Ansprechpartner.
